{"id":164,"date":"2009-01-31T15:29:50","date_gmt":"2009-01-31T14:29:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theater-lassee.at\/?page_id=164"},"modified":"2016-04-28T23:16:33","modified_gmt":"2016-04-28T22:16:33","slug":"der-eingebildete-kranke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/archive.theater-lassee.at\/?page_id=164","title":{"rendered":"Der eingebildete Kranke"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Das St\u00fcck<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Argan ist \u00fcberzeugt, dass er nur dank der Heilkunst seiner \u00c4rztin Purgon und seines Apothekers Fleurant \u00fcberlebt. Um seine \u00e4rztliche Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen, will er seine Tochter Ang\u00e9lique mit dem jungen Arzt Thomas Diarrh\u00e9e verheiraten. Diese ist jedoch in einen flotten jungen Mann namens Cl\u00e9ante verliebt. Argans zweite Frau, B\u00e9line, also die Stiefmutter Ang\u00e9liques und ihrer kleinen Schwester Louise, will die beiden M\u00e4dchen am liebsten in ein Kloster stecken, damit sie nach Argans Ableben allein \u00fcber dessen gesamtes Verm\u00f6gen verf\u00fcgen kann. Das Hausm\u00e4dchen Toinette durchschaut aber ihre egoistischen Pl\u00e4ne und hilft Ang\u00e9lique, doch noch zu ihrem Gl\u00fcck zu kommen. Darin wird sie von Argans Schwester, der Malerin Bernadette unterst\u00fctzt. Bevor sich alles zum Guten wendet, gibt es jedoch allerlei Turbulenzen zu bestehen.<\/p>\n<p>Gerade in \u00d6sterreich, und ganz besonders in Ost\u00f6sterreich, ist das &#8220;Raunzen&#8221; eine weit verbreitete &#8220;Tugend&#8221;. Vielfach wird dadurch auch unser morbider \u00f6sterreichtypischer Charme und Witz gepr\u00e4gt. Schlimm wird die Sache erst, wenn wir unser Raunzen selbst ernst nehmen. Selbstironie und Humor sind aber seltene Eigenschaften und so kommt es oft, dass wir uns furchtbar arm f\u00fchlen, obwohl wir doch in einem der reichsten L\u00e4nder dieser Erde leben. Und vor allem f\u00fchlen wir uns meist sehr wohl in dieser Rolle, bewahrt sie uns doch vor jedweder Verantwortung gegen\u00fcber unserer Umwelt.<\/p>\n<p>Nimmt man das eigene Raunzen erst, so f\u00fchrt dies schnell zu Missgunst, Neid und Intoleranz. In diesem Sinne sind wir wohl alle selbst ein wenig eingebildete Kranke. Und gegen solche eingebildeten Krankheiten helfen keine einfachen Rezepte und reinigenden Aderl\u00e4sse, die von irgendwelchen selbst ernannten Autorit\u00e4ten kommen.<\/p>\n<p>Gegen solche eingebildeten Krankheiten hilft nur Humor, Mitgef\u00fchl und Selbstironie.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Der Autor<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Moli\u00e8re (eigentlich Jean-Baptiste Poquelin) wurde am 15. J\u00e4nner 1622 als Sohn eines reichen Teppichwirkers geboren. Trotz anf\u00e4nglichen Misserfolgen und st\u00e4ndiger Geldnot begann er ein Wanderleben als Schauspieler in der Provinz. Dann jedoch gewann er die Gunst Ludwigs XIV. und begann eine Stelle am k\u00f6niglichen Hof. Er pflegte Freundschaften mit Racine, La Fontaine und Boileau. Am 17. Februar 1673 erlag er w\u00e4hrend einer Vorstellung des &#8220;Malade imaginaire&#8221; auf der B\u00fchnen einem t\u00f6dlichen Anfall.<\/p>\n<p>Bekannteste dramatische Werke:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;Der Menschenfeind&#8221;<\/li>\n<li>&#8220;Der Geizige&#8221;<\/li>\n<li>&#8220;Tartuffe&#8221;<\/li>\n<li>&#8220;Der eingebildete Kranke&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Die Charaktere<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Argan<br \/>\nEr ist ja an und f\u00fcr sich ein lieber Kerl, sehnt sich aber so sehr nach Anerkennung, Liebe und Autorit\u00e4t, dass er echte Liebe und Autorit\u00e4t nicht mehr wahrnimmt. So glaubt er an die Autorit\u00e4t seiner \u00c4rzte und die falsche Liebe seiner Frau.<\/li>\n<li>B\u00e9line<br \/>\nSie will nur Argans Bestes, um genau zu sein, will sie sein Verm\u00f6gen.<\/li>\n<li>Bernadette<br \/>\nSie h\u00e4lt nichts von vermeintlich gro\u00dfen Autorit\u00e4ten und Gef\u00fchlen. Gemeinsam mit dem Hausm\u00e4dchen Toinette versucht sie, Argan die Augen zu \u00f6ffnen.<\/li>\n<li>Ang\u00e9lique<br \/>\nSie ist schwer in einen jungen Mann verliebt, f\u00fcr den sie jederzeit sterben w\u00fcrde &#8211; wenn es nicht zu sehr wehtun w\u00fcrde und man danach nicht tot w\u00e4re. Sie liebt ihren Vater und will sich nicht gegen ihn auflehnen.<\/li>\n<li>Louise<br \/>\nKlein, lieb und ganz sch\u00f6n verschlagen.<\/li>\n<li>Cl\u00e9ante<br \/>\nStark, jung, edel und sch\u00f6n ist er ganz die Idealfigur des jugendlichen Liebhabers. Trotzdem wei\u00df er nicht immer, wie er sich verhalten soll.<\/li>\n<li>Toinette<br \/>\nEine Frau, die wei\u00df, wo sie steht und die alles wieder ins Lot bringt, auch wenn sie dazu oft zu ungew\u00f6hnlichen Methoden greifen muss.<\/li>\n<li>Dr. Purgon<br \/>\nAuf sie verl\u00e4sst sich Argan voll und ganz. Sie best\u00e4tigt seine Leiden mit der ganzen Kraft ihrer br\u00fcchen Autorit\u00e4t und verkauft ihm alle Heilmittel, die er w\u00fcnscht.<\/li>\n<li>Apotheker Fleurant<br \/>\nEr h\u00e4tte auch Soldat werden k\u00f6nnen. Befehle und Anweisungen sind ihm Lebensinhalt.<\/li>\n<li>Dr. Diarrh\u00e9e<br \/>\nEin Arzt, wie er im Buche steht. Eine Autorit\u00e4t der ganz alten Schule. Er wei\u00df, was man immer schon f\u00fcr richtig befunden hat. Sein ganzer Stolz ist sein Sohn&#8230;<\/li>\n<li>Thomas Diarrh\u00e9e<br \/>\nEr widerspricht seinem Vater nie &#8211; weil er dazu zu bl\u00f6d ist. Nach Argans Willen soll er Ang\u00e9lique heiraten, wovon sich diese jedoch weniger begeistert zeigt.<\/li>\n<li>Notar Pouvoir<br \/>\nEr verwaltet Verm\u00f6gen &#8211; am liebsten sein eigenes.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Die Besetzung<\/strong><\/span><\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Argan, der eingebildete Kranke<\/td>\n<td>Johannes Schreiner<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>B\u00e9line, seine zweite Frau<\/td>\n<td>Gerti Daubek<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bernadette, seine Schwester<\/td>\n<td>Hilde Klauda<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ang\u00e9lique, seine \u00e4ltere Tochter<\/td>\n<td>Eva-Maria Hansy<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Louise, seine j\u00fcngere Tochter<\/td>\n<td>Isabell Paminger<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Cl\u00e9ante, Ang\u00e9liques Geliebter<\/td>\n<td>Christian Stubits<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Toinette, Hausm\u00e4dchen<\/td>\n<td>Elisabeth Riedm\u00fcller<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dr. Purgon<\/td>\n<td>Antonia Valsky<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Apotheker Fleurant<\/td>\n<td>Markus Bittner<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dr. Diarrh\u00e9e<\/td>\n<td>Michael Ankowitsch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Thomas Diarrh\u00e9e<\/td>\n<td>Christoph M\u00fcllner<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Notar Pouvoir<\/td>\n<td>Rudolf Votzi<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Die Regie<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Rudolf Votzi<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Die Fotos<\/strong><\/span><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das St\u00fcck Argan ist \u00fcberzeugt, dass er nur dank der Heilkunst seiner \u00c4rztin Purgon und seines Apothekers Fleurant \u00fcberlebt. 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